Aufgaben

Sohlkrautung und Böschungsmahd

Krautung der Gewässersohle

Der Pflanzenwuchs ist in allen Gewässern mehr oder weniger festzustellen. Er ist überwiegend abhängig von witterungsbedingten Faktoren und dem Eintrag von pflanzenverfügbaren Nährstoffen in das Gewässer. Durch Beschattung des Gewässers kann die Produktion von Biomasse gehemmt werden. Starke Verkrautung in der Gewässersohle kann bereis bei mittleren Abflussmengen zum beträchtlichen Rückstau und damit zur Erhöhung der Hochwassergefahr führen. Der dadurch entstehende Rückstau wirkt sich sofort und meistens nachteilig auf angeschlossene Entwässerungssysteme aus. Senken in Acker- und Grünlandflächen vernässen zunehmend und können nicht mehr bewirtschaftet werden. Die Vorflut für sonstige Entwässerungsanlagen aus den bebauten Gebieten kann nicht ausreichend gewährleistet werden.

Mahd der Gewässerböschung

Bewachsene Böschungen sind zu mähen, um das Gewässerprofil für den Hochwasserabfluss frei zuhalten. Bei Gewässern mit hydraulisch ausreichenden Profilen ist aus ökologischen Gründen nur eine Böschung zu mähen. Der Bereich des gegenüberliegenden Böschungsfusses ist teilweise mit zu mähen. Durch das Mähen wird die Grasnarbe auf den Böschungen stabilisiert.

Häufig wird die einseitige Böschungsmahd mit der Sohlkrautung kombiniert und in einem Arbeitsgang ausgeführt. Um die Reproduktionsabläufe in Flora und Fauna nicht zu gefährden, erfolgt die Unterhaltungsleistung in den Monaten Juli bis Dezember. Bei starkem Bewuchs kann zur Sicherung des Abflusses eine frühere Leistung erforderlich sein. In Ausnahmen wird eine zweite Sohlkrautung und Böschungsmahd ausgeführt. Die Sohlkrautung und Böschungsmahd erfolgen in den hydraulisch stark beanspruchten Gewässern mindestens einmal im Jahr. Zum Einsatz gelangen schneidende Werkzeuge, wie der Mähkorb am Mobil- oder Kettenbagger. Es werden auch Traktoren mit Anbaugeräten, sowie selbstfahrende Mäh- und Harkmaschinen eingesetzt. An größeren Gewässern können Mähboote eingesetzt werden. Unter besonderen Bedingungen wird manuell gekrautet und gemäht. Das Kraut und das Mähgut sind auf der Böschungsoberkante abzulegen. Durch die Entnahme der Biomasse aus dem Gewässerprofil verringern sich die Nährstoffe und die Schlammablagerungen im Wasserkörper. Zur Reduzierung des abgelagerten Krautes und Mähgutes kann an größeren Gewässern gemulcht werden. Innerhalb von geschlossenen Gehölzbestand ist keine Sohlkrautung und Böschungsmahd erforderlich. Die meisten Gewässer haben ein sehr geringes Gefälle, wodurch die Notwendigkeit dieser Maßnahmen bekräftigt wird.

Jährlich werden ca. 400 km der 647 km offenen Gewässer gekrautet bzw. gemähd.

Grundräumung (Räumen des Abflussprofils)

Beim Wasserabfluss werden in Abhängigkeit von der Fließgeschwindigkeit Sedimente und abgestorbene Biomasse (Laub) mitgeführt. In Abschnitten mit geringeren Fließgeschwindigkeiten lagern sich diese Sedimente ab und die Gewässersohle erhöht sich.

An Mittel- und Unterläufe sowie Rückstaubereiche von Gewässern sind Auflandungen häufiger festzustellen.

Als Folge der Verlandungen stellen sich höhere Wasserstände bei Mittel- und Hochwasser mit nachteiligen Auswirkungen auf die seitlich einmündenden Gewässer- und Entwässerungssysteme sowie tiefer liegende Flächen ein. Schäden am Gewässerprofil können die Folgen sein.

Im Rahmen der Gewässerunterhaltung muss dann durch Räumen der Sollzustand des Gewässers wiederhergestellt werden.

Für die Räumung werden Bagger mit Tieflöffel und Grabenlöffel eingesetzt.

Das Räumgut wird auf die angrenzenden Nutzflächen einplaniert, in Ausnahmen muss es abgefahren werden. Eine Räumung wird nur durchgeführt, wenn sie tatsächlich erforderlich ist. Bei der Wahl der Ausführungszeit sind Vorgaben des Artenschutzes einzuhalten.

Die Räumungen werden überwiegend von Oktober bis Februar durchgeführt.

Holzungen

Gehölze sind unabdingbare Strukturelemente der Gewässer. Sie stehen in enger Beziehung mit den bisher genannten Maßnahmen. Rückschnitte oder auf den Stock setzen können in Zusammenhang mit anderen Unterhaltungsmaßnahmen erforderlich werden.

Abgestorbene Gehölze sind, wenn sie den Abfluss behindern, aus dem Profil zu entfernen. Die ökologische Funktion von Totholz ist zu berücksichtigen.

Neuanpflanzungen an geeigneten Abschnitten dienen der Beschattung und der Strukturverbesserung eines Gewässers.

Rohrleitungsinstandsetzung

Gewässer wurden in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen verrohrt. Viele dieser Verrohrungen sind älter als 40 Jahre und verursachen häufig Abflussprobleme. Das Rohrmaterial ist verschlissen und erfüllt die statischen und hydraulischen Anforderungen nicht mehr. An undichten Verrohrungen entstehen Trichter. Diese Schadstellen sind umgehend zu beseitigen. Der Abfluss wird häufig durch Wurzeln in den Rohren beträchtlich behindert.

Zur Unterhaltung der Verrohrungen gehören auch die Reinigung und die Kanalinspektion. An Rohreinläufen müssen das Einschwimmen von Gehölzen und anderen Hindernissen unbedingt verhindert werden. Darum werden an gefährdeten Anlagen Rechen installiert. Die Rechen müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.

Deiche

In der Unterhaltungspflicht des Verbandes befinden sich auch einige Deiche, die landwirtschaftliche Flächen vor Hochwasser schützen. Die notwendige Deichmahd erfolgt einmal jährlich in Verbindung mit der Sohlkrautung und Böschungsmahd an den Gewässern.

Schadstellen im Deichprofil sind bei Bedarf zu beseitigen. Das Bestick, die behördlich festgelegten Mindestabmessungen der Deiche sind zu erhalten.

Gemähter Deich mit schmalem Graben und dichter Ufervegetation neben Wald und Feld

Schöpfwerke

Schöpfwerke sind Anlagen die Wasser im Gewässer heben ,damit es auf einem höherem Niveau weiterfließen kann. Diese Anlagen werden eingesetzt, wenn keine natürliche Vorflut vorhanden ist. Meisten werden Niederungsgebiete/Grünlandflächen mit Hilfe eines Schöpfwerkes entwässert.

Um den Schöpfwerksbetrieb wirtschaftlich zu gestalten sind Speicherbecken, so genannte Mahlbusen der Anlage vorgelagert. Die Fläche die ohne den Einsatz eines Schöpfwerkes nicht nutzbar ist wird Polder genannt.

  • Schöpfwerk Pötenitz, Ortslage Pötenitz, Stadt Dassow
  • Schöpfwerk Weidendamm, Hansestadt Wismar
  • Schöpfwerk Blowatz, Ortslage Damekow, Gemeinde Blowatz
  • Schöpfwerk Timmendorf, Ortslage Timmendorf, Gemeinde Insel Poel
  • Schöpfwerk Tarnewitz, Ortslage Tarnewitz, Gemeinde Boltenhagen
  • Schöpfwerk Damshagen, Ortslage Damshagen, Gemeinde Damshagen, außer Dienst
  • Schöpfwerk Wohlenberg, Ortslage Niendorf, Gemeinde Hohenkirchen, außer Dienst
  • Schöpfwerk Doorstein, Hansestadt Wismar, außer Dienst

Bereits geschliffenen Schöpfwerke befanden sich in Redentin, Gemeinde Krusenhagen; in Tarzow, Gemeinde Lübow und am Mühlenteich in der Hansestadt Wismar.

Hochwasser

Als küstenanliegender Wasser- und Bodenverband sind wir von Binnen- und Außenhochwasser betroffen.

Einige unserer Gewässer sind bei einem Hq2, einem alle zwei Jahre wiederkehrenden starken Niederschlagsereignis, hydraulisch überlastet. Die Gewässerprofile sind bordvoll bzw. bereits ausgeufert. Vor den Einläufen in die Verrohrungen staut sich das Wasser und es bilden sich insbesondere in den Niederungen temporäre Wasserflächen.

In den küstennahen Gebieten kann sich die Situation bei zusätzlich eintretendem Ostseehochwasser schnell verschärfen.

Besondere Gefährdung besteht durch Ostseehochwasser in der Hansestadt Wismar, in Boltenhagen und einigen Bereich der Insel Poel. Bei einem Binnenhochwasser richten wir das Augenmerk auf den Klützer Bach, den Tarnewitzer Bach und die Köppernitz in Wismar. An diesen Gewässern befinden sich auch die Überflutungsgebiete die im Maßnahmenplan der EU-Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie eine bedeutende Rolle einnehmen.

Sonstige Anlagen und Leistungen

Zur Gewässerunterhaltung gehört auch die Unterhaltung und der Betrieb der Anlagen, die der Abführung des Wassers dienen, wie Wehre, Staue, Düker, Sohlenbauwerke, Längs- und Querbauwerke, Durchlässe und Sandfänge. Die Unterhaltung dieser Anlagen umfasst die Gewährleistung der Betriebsfähigkeit durch regelmäßige Wartung und Kontrolle sowie Reparaturen.

Viele Gewässer münden in die Ostsee. Bei Hochwasser der Ostsee in Verbindung mit stürmischen Winden aus nördlicher Richtung werden die Ausläufe dieser Gewässer mit Sedimenten zugespült. Damit es keinen umfangreichen Rückstau gibt, sind diese dann nach Ablauf des Hochwassers umgehend zu entfernen. Zur Sicherung der Vorflut ist an einigen Ausläufen in die Ostsee ein Stahlrohr mit Klappe installiert. Die Klappe soll den Eintrag von Sedimenten und Seegras in das Rohr verhindern.

Die Erhaltung und Instandsetzung des Gewässerprofils wird nur an Abschnitten ausgeführt, wo besondere Anforderungen an das Profil zu stellen sind. Die Gewässerdynamik ist zu berücksichtigen. Änderungen des Profils infolge von Böschungsabbrüchen, Auskolkungen und ähnlichem ist nur bedingt entgegenzutreten. Biotope sind zu erhalten und die Entwicklung ist zu fördern.

Auch Müll wird in und an den Gewässern vorgefunden. Dieser ist dann im Rahmen der Unterhaltung und zu Lasten der betroffenen Mitglieder zu entfernen.